Legal Lab: Hate Speech im Internet

Legal Lab: Hate Speech im Internet

Hate Speech hat sich zu einem erheblichen Problem in den sozialen Netzwerken entwickelt. Insbesondere Menschen, die sich für Geflüchtete engagieren, sich klar gegen Diskriminierung positionieren oder sich zu Fragen von Geschlecht und - in jüngster Zeit auch - zu Umweltschutz äußern, werden immer häufiger Opfer von "Shitstorms" im Internet. Bei den Beleidigungen handelt es sich in einer Vielzahl von Fällen um menschenverachtende Beschimpfungen, die weit über eine überspitzte oder polemische Meinungsäußerung hinausgehen und den/die Betroffene/n persönlich herabwürdigen.

Hate Speech wird nicht nur von EinzeltäterInnen - aus einer aufgeheizten Stimmung heraus - begangen, sondern von bestimmten Gruppen als bewusste Strategie zur Einschüchterung von Personen mit politisch anderen Auffassungen eingesetzt. Hate Speech richtet sich nicht nur gegen den/die Betroffene/n; wer im Netz die Folgen eines "Shitstorms" beobachtet, wird womöglich selbst vorsichtig mit einer Meinungsäußerung sein. Hierdurch entsteht die Gefahr, dass wichtige Stimmen aus dem öffentlichen Diskurs verdrängt werden: Hate Speech bedroht damit den pluralen gesellschaftlichen Meinungsaustausch als einen Grundwert der freien Demokratie.

Das Legal Lab "Hate Speech im Internet" soll sich Fragen von Hate Speech auf wissenschaftliche Weise nähern. Im Rahmen des Projekts sollen Studierende unter Anleitung von Professorin Hoven das Phänomen Hate Speech näher beleuchten und den strafrechtlichen Umgang mit Hassreden im internet untersuchen. Auf dieser Basis sollen gemeinsam konkrete Vorschläge für eine effektive Bekämpfung von Hate Speech entwickelt werden.

 

Was wird geboten?

Die Besonderheit des Legal Lab besteht darin, dass Studierende Einblicke in die rechtswissenschaftliche und kriminologische Forschung erhalten sollen. Neben Rechts- und Rechtsprechungsanalysen sollen zB auch eine Medienanalyse von "Shitstorms" im Internet, Interviews mit Betroffenen, StrafverteidigerInnen und StaatsanwältInnen durchgeführt werden. Die Studierenden profitieren hier von einer engen methodischen Anleitung und den Kontakten des Lehrstuhls. Zudem werden ggf. erforderliche Mittel für Reisen zu InterviewpartnerInnen bereitgestellt. Studierende können im Rahmen des Projekts ihre Seminararbeit schreiben und erhalten einen Seminarschein.

 

Was wird verlangt?

Wir suchen für das Projekt engagierte Studierende, die sich für das Strafrecht begeistern und die Lust darauf haben, in ein spannendes und aktuelles Thema tief einzusteigen. Sie müssen selbständig arbeiten können, initiativ sein und sensibel mit dem Thema und GesprächspartnerInnen umgehen.

 

Ablauf

- Bewerbungsfrist: 15.01.2020

- Auswahl bis 28.02.2020

- Auftakttreffen März 2020

- Treffen im Sommersemester 2020 mittwochs 15-17 Uhr (alle zwei Wochen)

- Abgabe der Seminararbeiten zum Semesterende, spätestens 01.10.2020

 

Bitte senden Sie Ihre Bewerbungsunterlagen an:

sekretariat.hoven(at)uni-leipzig.de

- Aussagekräftiges Motivationsschreiben

- Lebenslauf

- Bisherige Prüfungsergebnisse

- Abiturzeugnis

letzte Änderung: 06.11.2019